Votre Excellence,
mesdames, messieurs,
festina lente. Sicherlich mag manch ein Zeitgenosse die Dauer dieser Gespräche mit skeptischen Mienen betrachten und dabei vergessen: in den MN ticken die Uhren anders und deswegen bedürfen Gespräche wie die zwischen Albernia, Astor, der DU sowie dem EU eines längeren Zeitraumes, um Ergebnisse hervorzubringen. Ergebnisse wie diese Erklärung, die zustande kam, weil die genannten Parteien eben nicht der in anderen Kreisen präferierten Methode „Es gibt nichts, das sich durch längeres Warten nicht von selbst erledigt“ erlagen.
Diese Erklärung wird dem Ziel der Intention dieser Konferenz vollumfänglich gerecht. Es sollte einerseits eruiert werden, wie und ob Albernia, Astor sowie das EU künftig kooperieren werden und inwiefern eine dahingehende Integration der DU als realisierbar erachtet wird. Andererseits galt es die Frage zu klären, wie es um eine ISO 2.0 bestellt ist. Beide Fragen konnten nach konstruktiven Diskussionen beantwortet werden. Eben dieser Umstand, daß nämlich einvernehmlich ein Ergebnis formuliert werden konnte, ist keineswegs jeder Konferenz vergönnt.
Deshalb sollte ein jeder Kritiker anerkennen, daß die genannten Staaten – anders als andere – fähig und gewillt waren, ergebnisorientiert zu agieren. Über die Bewertung solcher Outcomes freilich mag es unterschiedliche Meinungen geben – zumindest in den westlich orientierten Staaten wird eine kritische Öffentlichkeit sogar erwünscht. Leider gestaltet sie sich nicht immer seriös, wird sie beispielhalber von Ressentiments geprägt, die in aufgeklärten Kreisen unlängst als alte Mär gelten. Solche Ideologien sind erfahrungsgemäß nicht durch Fakten zu entkräften, weshalb ich an dieser Stelle nur darauf hinweisen möchte, daß:
- der aufrichtige Wille, die DU, sollte sie außenpolitisch so aktiv wie jetzt bleiben oder dahingehend sogar an Engagement zunehmen sowie bei alledem ihr Wirken im Sinne des liberalen Westens ausrichten, so wird es seitens Albernias, Astors sowie meiner Regierung keinerlei Bedenken geben, die G3 zu den G4 zu erweitern, sondern genau das Gegenteil der Fall ist.
- die gegenwärtig als G3 resp. G3+1 titulierte Arbeitsgruppe den Anspruch besitzt, ergebnisorientiert zu handeln. Dies setzt voraus, daß ihre Mitglieder außenpolitischen Gestaltungswillen sowohl aufweisen als auch umsetzen und dies nicht nur periodisch, sondern permanent. Andere Zusammenschlüsse mögen sich von „Karteileichen“ lähmen lassen, die G3 resp. G3+1 jedoch wollen für aktive Politik einstehen.
Allen Unkenrufen zum Trotze beweist diese Erklärung, daß Nepotismus keinen Platz hat im Kreise besagter Arbeitsgruppe. Möglicherweise ist es den einen zu wenig, weil eine verdiente MN wie die DU nicht umgehend zu einer G4-Erweiterung beitrug; möglicherweise ist es den anderen zu viel, daß sie die Aussicht darauf besitzt. Das gesunde Mittelmaß dieser widersprüchlichen Kritiken ist das Ergebnis der jüngsten Gespräche, deren Qualität damit bewiesen sein dürfte.
Lassen Sie es mich deutlich sagen: mehr oder eher minder kluge Worte allein genügen nicht, um gestalten zu können – mir scheint, daß diese Erkenntnis noch immer nicht alle Kreise erreichte. Was zählt, das sind Tatsachen. Erklärungen wie jene, die Gegenstand dieser Pressekonferenz ist, gehören dazu, denn die betroffenen Staaten stellten mehrfach unter Beweis, daß sie handeln wollen und trotz widriger Bedingungen handeln können. Diese Handlungsfähigkeit soll künftig noch enger vernetzt, somit optimiert werden.