Nach einem langen Arbeitstag trifft Bernward, inzwischen Stammgast, im Café ein. Er findet, dass sich so langsam etwas wie Routine eingestellt, oder besser: eingeschlichen hat. "Es wird Zeit, dass sich wieder etwas bewegt!", denkt er sich völlig selbständig.
Beiträge von Bernward Schröer
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Er kehrt hier ein und versucht bei einem Bier, sich so langsam an die neue Gegenwart - den Untrergang Katistas und die Zerschlagung Ratelons - zu gewöhnen. Seine neue Heimat ist nun Mixoxa, da hier die Verwaltungsstrukturen noch intakt geblieben sind.
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Sie können von Glück sagen, dass uns gerade kein Richter zur Verfügung stellt, sonst würden Sie mindestens wegen Amtsanmaßung und Urkundenfälschung vor den Kadi treten.
Aber da Sie es ja so schön öffentlich verkündet haben, wissen die Behörden ja, dass Sie nur ein Hoch- wie Tiefstapler sind.
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Ebenso erfolgt auf das Schreiben aus Orintash eine Antwort:
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Der Unionspräsident, mit einem ernsten, aber konzentrierten Ton, beantwortet den Anruf, der ihm während einer Sitzungspause in den Verhandlungen in Astor erreicht:
Vielen Dank, dass Sie mich direkt über diese Initiative informieren. Die Unterstützung durch die Intesa Cordiale und die beteiligten Länder ist von größter Bedeutung und wird von Ratelon tief geschätzt. Die Katastrophe auf Katista stellt uns vor immense Herausforderungen, und jede Form internationaler Hilfe, insbesondere im Rahmen einer koordinierten Mission, ist ein unverzichtbarer Beitrag, um Leben zu retten und die Folgen zu mildern.
Ich stimme der Zusammenarbeit voll und ganz zu und sichere Ihnen die volle Unterstützung unserer Regierung bei der Abstimmung und Umsetzung der Hilfsmaßnahmen zu. Bitte lassen Sie uns wissen, welche Schritte von unserer Seite erforderlich sind, um die Mission reibungslos zu gestalten. Wir werden alles daran setzen, die logistischen und administrativen Rahmenbedingungen bereitzustellen, damit die Hilfseinsätze ohne Verzögerungen stattfinden können.
Nochmals meinen tief empfundenen Dank an Gurkistan und alle anderen beteiligten Länder für diesen Akt der Solidarität. Ich werde dafür sorgen, dass unsere zuständigen Stellen eng mit den jeweiligen Delegationen zusammenarbeiten, um die Effizienz der Mission sicherzustellen.
Er fügt hinzu:
Falls weitere Details oder Abstimmungen notwendig sind, wenden Sie sich wegen der kurzen Wege gerne persönlich an den Direktor des Unionsamtes für den Zivil- und Katastrophenschutz, Herrn Vittorio Camerani, der unsere Bemühungen koordiniert. Ihre Initiative macht mir Hoffnung in einer Zeit, die von so viel Verlust geprägt ist.
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Auch auf das Schreiben aus Gurkistan schickt der Unionspräsident ein Antwortschreiben:
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Es wird der Internationale Flughafen Mixoxa genannt, der die notwendige Infrastruktur vorhält.
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Über den Posteingang informiert, fertigt der Unionspräsident aus seinem Hotelzimmer in Astoria City heraus ein Antwortschreiben, das sodann nach Koskow versendet wird:
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Schweren Herzens besteigt Bernward Schröer ein ziviles Flugzeug gen Astoria City, um rechtzeitig zum Beginn in Astor an der Friedenskonferenz teilnehmen zu können, die über das weitere Schicksal von Ratelon entscheiden wird. Die Ereignisse in seiner Heimat Katista beunruhigen ihn sehr, aber er wird vor den Siegermächten kaum verantworten können, dass man - schon wieder - nicht zu den Friedensverhandlungen anreisen wird.
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Die ersten Anzeichen sind zunächst unscheinbar: Risse in der Erde und Bodenverschiebungen entlang der südwestlichen Küstenlinie von Katista lassen erahnen, dass sich die Insel in einer kritischen Lage befindet. Mit jedem Tag dringen Berichte von unerklärlichen Veränderungen ein. Fischer melden abfallende Küstenböden, während Ingenieure feststellen, dass Bauwerke ihre Stabilität verlieren. Die Bevölkerung von Manuri lebt noch weitgehend in ihrem Alltag, doch es sind die Wissenschaftler und Experten, die die Anomalien in den Augen des Ratelonischen Festlandsockels erkennen. Das Geologische Institut warnt, dass diese Schrumpfung des Festlandes dramatische Auswirkungen haben könnte – die Szenarien, die bisher nur theoretisch erschienen, sind erschreckend real geworden.
Während über die Ursache des Phänomens unter Wissenschaftlern gestritten wird, nimmt die Geschwindigkeit der Veränderungen dramatisch zu. Küstenregionen werden von Fluten heimgesucht, das Meer dringt unaufhaltsam in einst bewohnte Gebiete vor. Katista beginnt langsam, aber unaufhaltsam zu sinken, und die Wissenschaftler, die zunächst optimistisch über Lösungen sprachen, verstummen angesichts der katastrophalen Dimensionen des Desasters.
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Aus Anlass der bald stattfindenden Friedensverhandlungen in Astor spricht der provisorische Unionspräsident in einer Fernsehansprache an das Volk:
Meine sehr verehrten Bürgerinnen und Bürger,
heute wende ich mich an Sie in einer Zeit des Umbruchs, einer Zeit der Hoffnung und des Neubeginns. Nach den schweren Monaten des Konflikts, die unser Land und unsere Gemeinschaften tief erschüttert haben, gibt es nun einen Lichtblick, der uns allen Mut machen sollte.
Die Vereinigten Staaten von Astor haben eine Friedenskonferenz ins Leben gerufen, die darauf abzielt, einen gerechten und nachhaltigen Frieden für unsere Region zu schaffen. Diese Konferenz bietet uns die Möglichkeit, auf diplomatischem Wege Lösungen zu finden, die Sicherheit und Stabilität gewährleisten und den Weg für den Wiederaufbau unserer geliebten Demokratischen Union ebnen.
Ich habe entschieden, die Delegation der Demokratischen Union persönlich zu leiten und werde in den kommenden Tagen nach Astor reisen, um unsere Position und unsere Hoffnungen in diesen entscheidenden Gesprächen zu vertreten. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass wir, so Gott will, einen Frieden erreichen können, der uns allen eine neue Perspektive bietet.
Dieser Frieden wird nicht ohne Herausforderungen sein. Die Bedingungen, die uns auferlegt werden, könnten schwer sein, doch ich bin überzeugt, dass wir als Volk die Stärke und den Willen haben, uns damit zu arrangieren und den Wiederaufbau unserer Union konsequent und entschlossen anzugehen. Gemeinsam können wir die Wunden der Vergangenheit heilen und eine Zukunft schaffen, die von Solidarität, Zusammenarbeit und Hoffnung geprägt ist. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, dass Ratelon frei und demokratisch bleibt, und dass es nie wieder der Diktatur, nie wieder den Faschisten und nie wieder Unitologen zum Opfer allen wird!
Ich bitte Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, in diesen Tagen der Verhandlungen den Glauben an unsere gemeinsame Stärke nicht zu verlieren. Lassen Sie uns zusammenstehen, mit Mut und Zuversicht, und den Weg in eine friedlichere und gerechtere Zukunft beschreiten.
Möge Gott uns in diesen Bemühungen leiten und uns die Weisheit schenken, die richtigen Entscheidungen für unser Land und unsere Kinder zu treffen.
Vielen Dank.
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Schweren Herzens nimmt er die Nachricht zur Kenntnis. Es wird wohl Zeit für Richtspruch und Urteil. Daraufhin plant er mit besonderer Akribie die Zusammenstellung der Delegation, denn es soll keineswegs dazu kommen, dass daheim ein Machtvakuum entsteht, das die beginnende Demokratisierung gefährdet.
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Er durchsucht seine Postmappe nach einem Schreiben aus Fuchsen und wird leider nicht fündig.
Schade! Jetzt weiß ich auch gar nicht, über welche Adresse ich darauf antworten sollte...
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Am Mittag des 16. März, der auf eine Sitzung der Unionsregierung an den Iden des März folgt, tritt Bernward Schröer vor die Presse.
Meine sehr verehrten Bürgerinnen und Bürger,
mit großem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass der bisherige Unionspräsident Patrick Martinshof schwer erkrankt ist und sein Amt nicht mehr ausüben kann. Die Unionsregierung hat sich beraten und einstimmig meine Person, Bernward Schröer, zum neuen Unionspräsidenten gewählt.
Ich bin mir der schwierigen Lage, in der unser Land - das, was noch davon übrig ist -, ist, sehr bewusst. Mein Ziel ist es, die demokratischen Strukturen zu festigen und für einen endgültigen Frieden mit allen Kriegsparteien zu sorgen. Es ist leider sehr viel liegen geblieben, deswegen möchte ich Sie alle dazu aufrufen: Tun auch Sie Ihren Teil dazu bei, um unser Land und unsere Demokratie wieder aufzubauen!
Gemeinsam schaffen wir das! Zählen wir aufeinander, arbeiten wir zusammen.
Gott schütze unser Ratelon.
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Lässt sich ein wenig energischer beim provisorischen Unionspräsidenten anmelden.
Lebt denn hier noch jemand?
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Ich nominiere Patrick Martinshof für die Buckelpiste. Vielleicht rüttelt sie ihn wach?
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Lässt sich beim provisorischen Unionspräsidenten anmelden.